Eine Untersuchung des US Government Accountability Office (GAO) hat ergeben, dass das Außen- und das Verteidigungsministerium es versäumt haben, den Tod von Zivilisten während des von Saudi-Arabien geführten Krieges im Jemen sowie die Rolle, die US-Waffen bei dieser Katastrophe gespielt haben, zu bewerten, berichtet "The Cradle".

Dies geht aus einem internen Regierungsbericht hervor, der der New York Times (NYT) vorliegt und vom Kongress im Rahmen der Haushaltsgesetzgebung in Auftrag gegeben wurde.

In dem Bericht wird insbesondere hervorgehoben, dass die meisten tödlichen Angriffe der von Saudi-Arabien geführten Koalition im Jemen mit Kampfjets und Munition durchgeführt wurden, die von US-Unternehmen geliefert und gewartet wurden, und zwar mit Genehmigung des Außenministeriums und des Pentagons.

Seit 2015 herrscht im Jemen ein brutaler Krieg, nachdem Saudi-Arabien - mit Unterstützung der USA und der NATO - in das Land einmarschiert ist, um die populäre Widerstandsbewegung Ansarallah von der Macht zu verdrängen.

Nach Angaben von Oxfam hat die von Saudi-Arabien angeführte Koalition zwischen März 2015 und August 2020 mehr als 200 medizinische Einrichtungen im Jemen bombardiert.

Der Krieg hat auch Tausende von jemenitischen Kindern getötet oder verstümmelt. Insgesamt 11 Millionen Kinder sind dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, weitere 400 000 leiden an schwerer akuter Unterernährung.

Anfang dieses Jahres deckte das Yemen Executive Mine Action Center (YEMAC) auf, dass die Streitkräfte von Riad mehr als drei Millionen Streubomben im Jemen abgeworfen haben.

Der Einsatz von Streubomben durch die von Saudi-Arabien geführte Koalition hat 3.921 zivile Todesopfer gefordert, darunter 119 Kinder und 39 Frauen.

Der GAO-Bericht, der sich über die Amtszeiten von Obama, Trump und Biden erstreckt, ist die zweite große Untersuchung, die Washingtons Versäumnisse bei der Vermeidung ziviler Opfer im Jemen aufzeigt. Der Bericht kommt außerdem nur wenige Wochen vor einer geplanten Reise des US-Präsidenten in das Königreich.

Die Waffenexporte der USA nach Saudi-Arabien sind seit Beginn des Krieges vor sieben Jahren um über 100 Prozent gestiegen.

Im März dieses Jahres stellte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI) fest, dass die USA zwischen 2017 und 2021 ihren Platz als größter Waffenexporteur der Welt behalten werden.

Auf Saudi-Arabien entfielen in diesem Zeitraum 23 Prozent der gesamten US-Waffenexporte, während die Vereinigten Arabischen Emirate der achtgrößte Empfänger von US-Waffen waren.

Der SIPRI-Bericht wurde wenige Tage nach der Ankündigung des US-Waffenriesen Lockheed Martin veröffentlicht, über 1 Milliarde US-Dollar in die saudi-arabische Waffenindustrie zu investieren.