Deutschland wird alles tun, um zu verhindern, dass die NATO direkt in den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine hineingezogen wird, sagte Außenministerin Annalena Baerbock. Sie äußerte sich, nachdem Kiew um ein beschleunigtes Verfahren zum Beitritt des NATO-Bündnisses bat.

"Wir haben vom ersten Tag an deutlich gemacht, dass wir die Verantwortung haben, dafür zu sorgen, dass der Krieg nicht auf andere Länder übergreift, dass die NATO nicht selbst zur Kriegspartei wird. Und das gilt auch heute noch", sagte Baerbock am Freitagabend in der ARD.

"Wir tun alles dafür, dass andere Länder und die NATO nicht in diesen Krieg hineingezogen werden", fügte sie hinzu.

Die Ministerin bekräftigte jedoch, dass Berlin die Ukraine weiterhin "in ihrem Recht auf Selbstverteidigung unterstützen wird, auch durch die Entsendung schwerer Waffen".

Die deutsche Verteidigungsministerin Christine Lambrecht sagte, die Entscheidung über die Mitgliedschaft der Ukraine werde letztlich von allen NATO-Mitgliedern gemeinsam getroffen. "Deutschland wird es nicht alleine tun", erklärte sie.

Die Ukraine hat am Freitag offiziell einen Antrag auf Beitritt zur NATO gestellt. Präsident Vladimir Zelensky argumentierte, dass Kiew und die Mitglieder der NATO bereits "de facto Verbündete" seien und bat um eine beschleunigte Aufnahme.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg erklärte, die NATO unterstütze das Recht der Ukraine, ihre Bündnisse zu wählen, aber die Frage ihrer Mitgliedschaft werde durch einen Konsens aller 30 bestehenden Mitgliedsstaaten entschieden.