Laut der spanischen Zeitung "El Pais", die sich ihrerseits auf Regierungsquellen beruft, bereitet sich Spanien darauf vor, seine erste Ladung schwerer Waffen an die Ukraine zu liefern, darunter möglicherweise Boden-Luft-Raketen und Kampfpanzer. Nach Angaben der Zeitung bereitet das Verteidigungsministerium derzeit die Lieferung einer Batterie von Aspide-Flugabwehrraketen vor, die bei den spanischen Streitkräften ausgemustert und durch ein moderneres System ersetzt wurden.

Berichten zufolge ist Madrid auch bereit, Kiew Kampfpanzer vom Typ Leopard A4 aus deutscher Produktion zu liefern. Ähnlich wie bei den Raketen seien die Panzer schon seit einiger Zeit nicht mehr im aktiven Dienst, erklärte El Pais. Die 1995 von Deutschland an Spanien übergebenen Panzer verstauben seit 10 Jahren in einer Logistikbasis der spanischen Armee. So könnten bis zu 40 Panzer an die Ukraine geliefert werden, sobald sie überholt und wieder kampftauglich gemacht worden sind.

Ebenfalls hätte die spanische Regierung angeboten, ukrainisches Personal im Umgang mit den Panzern zu schulen. Dem Artikel zufolge würde dies zunächst in Lettland stattfinden, wo 500 spanische Soldaten und Leopard 2E-Panzer im Rahmen der NATO-Streitkräfte stationiert sind. Später werde die Ausbildung jedoch auf spanischem Boden stattfinden, so die Regierungsquelle  gegenüber El Pais.

Bisher habe Spanien der Ukraine nur Handfeuerwaffen und Munition geliefert habe. Der Wendepunkt kam dem Bericht zufolge am 21. April, als der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez nach Kiew reiste und sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenski traf.

Ukrainische Botschafter fordert


Der ukrainische Botschafter in Madrid, Sergej Pohorelzew, sagte am vergangenen Freitag, dass die leichten Waffen, die Spanien bisher geliefert hat, nicht ausreichend seien. "Wir sind dankbar, aber wir können nicht sagen, dass wir zufrieden sind."

Pohoreltsev forderte die Lieferung von Schiffsabwehr- und Flugabwehrraketen, 155-Millimeter-Haubitzen und 120-mm-Mörsern. Ganz oben auf seiner Wunschliste standen die Leopard-Panzer.

Er ging sogar so weit zu sagen, dass Kiew diese gerne erhalten würde, noch bevor seine Truppen die notwendige Ausbildung erhalten. Der Botschafter betonte, "die Ukraine würde um nichts bitten, was Spanien nicht beisteuern könne".

Seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine Ende Februar haben zahlreiche europäische Staaten sowie die USA, Großbritannien und Australien die Ukraine mit Waffen und Munition versorgt. Im ersten Monat des Konflikts handelte es sich bei den Lieferungen hauptsächlich um Kleinwaffen und tragbare Panzer- und Flugabwehrraketen.

Die USA und mehrere andere Länder akzeptierten jedoch schließlich Kiews Ersuchen um schwere Waffen, so dass jetzt Haubitzen und Mehrfachraketen geliefert werden.

Russland hat die Lieferungen wiederholt verurteilt und darauf hingewiesen, dass sie nur dazu dienen, den Konflikt zu verlängern.