Seit nunmehr rund drei Monaten demonstrieren tagtäglich tausende Menschen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, angeführt von den Gewerkschaften und Sozialverbänden. Die Kürzungen der auf dem Haushaltseinkommen basierenden Subventionen im Energiesektor haben bereits im Juni begonnen. Auch andere Subventionen, darunter das berüchtigte Sozialhilfeprogramm des Landes, stehen auf der Kippe, was Tausende von wütenden Einwohnern auf die Straße brachte.
Die staatliche Unterstützung für die Zivilbevölkerung ist in den letzten 20 Jahren sprunghaft angestiegen, so dass 22 Millionen Argentinier auf irgendeine Form von staatlicher Hilfe angewiesen sind. Im ersten Quartal 2022 lag die nationale Beschäftigungsquote nach Angaben der Regierung bei 43 Prozent.
Die staatlich finanzierten Programme des Landes erstrecken sich auf nahezu jeden Aspekt der Wirtschaft, von den Löhnen bis hin zu Versorgungsleistungen, Bildung und Gesundheitsfürsorge. Argentinien gibt bereits schätzungsweise 800 Millionen Pesos pro Tag - eine Summe von mehr als 6 Millionen Euro - für staatliche Leistungsprogramme aus. Gleichzeitig erreichte die Inflation in dem südamerikanischen Land im Mai 58 Prozent und stieg im Juli auf über 60 Prozent.
Die Rufe nach mehr staatlichen Geldern, Freiheit vom Internationalen Währungsfonds (IWF) und dem Rücktritt von Präsident Alberto Fernandez waren das Echo der wütenden Menschenmenge, die sich während der Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag des Landes am 9. Juli in der Nähe des Amtssitzes des Präsidenten (Casa Rosada) versammelt hatte.
Seitdem wurden die geplanten Demonstrationen fortgesetzt, angeführt von professionellen Protestorganisatoren oder "Piqueteros", die die Abschaffung der vorgeschlagenen Subventionskürzungen und eine Lohnerhöhung forderten.



